16 Presseberichte
(Stand: Juli 2009)

Rhein-Zeitung vom 7.11.2006
61. Jg. Nr. 258, Ausgabe BK, S. 19:

Rhein-Zeitung vom 4.11.2006:
BUCH ÜBER REUTTER & CO
Horch, Maybach, Opel und andere bekannte Automobilbauer. Vor genau 100 Jahren wurde das renommierte Stuttgarter Werk gegründet. Passend zum Jubiläum stellt die Buchhandlung Reuffel am heutigen Samstag, 11 Uhr, in der Löhrstraße 92 ein neues Buch über den Hersteller vor. Die Autoren, das Ehepaar Dr. Uta Jung und Prof. Dr. Helmut Jung, werden dabei ihren mit zahlreichen seltenen Aufnahmen und Beiträgen zur Automobilgeschichte versehenen Band selbst präsentieren. Ute Jung stammt übrigens aus der Familie Reutter und kann deshalb bis dato weitgehend unbekannte Fakten schildern.
BUCHHANDLUNG REUFFEL

Professor Helmut Jung präsentierte am 4. November in der Buchhandlung reuffel vor zahlreichem Publikum den Titel Stuttgarter Karosseriewerk Reutter (gegr. 1906) und erläuterte Hintergründe und Entstehungsprozess des Werkes.

AUTO-MOTOR-UND-SPORT
online
Dezember/Januar 06/07:
BLECH GEHABT
Ein Wirtschaftskrimi, der exemplarisch für ein spannendes Kapitel
deutscher Automobilgeschichte steht:
Die Geschichte des Stuttgarter Karosseriebauers Reutter,
die nun als Buch vorliegt.
das Stuttgarter Karosseriewerk Reutter an Porsche verkauft, 1993 das letzte Gebäude des Stammhauses an der Augustenstraße abgerissen. Damit war nicht nur das Ende eines
schwäbischen Traditionsbetriebs, sondern auch eines der letzten selbstständigen Karosseriebauer in Deutschland besiegelt.
Ebenso wie Authenrieth, Dannenhauer & Stauss, Drauz und Rometsch konnte sich das am
1. Oktober 1906 gegründete Unternehmen für Spezialkarosserien im Zeitalter der
Massenproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr behaupten.
Schluss, aus und vorbei, könnte man sagen, ein Schicksal wie viele andere. Doch obwohl
der Name Reutter heute nur noch für Enthusiasten ein Begriff ist, liest sich die jetzt zum
100. Geburtstag der Firma vorgelegte Chronik wie ein Wirtschaftskrimi, der exemplarisch
ein spannendes Kapitel deutscher Automobilgeschichte von den ersten Motorwagen bis zu
den Großserienautos unserer Tage beleuchtet. Auf 320 reich bebilderten Seiten mit vielen
bisher unveröffentlichten Fotos, Konstruktionszeichnungen und Dokumenten geht es um
Menschen und Maschinen, Ideen und Intrigen, Revolution und Inflation und natürlich um die Faszination des Automobils, das zu Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts riesige
Fortschritte machte und Menschen jeglichen Berufes und Alters begeisterte.
Gründer und Mentor der Firma war wie so oft ein junger Tüftler voller Unternehmungs-
geist, der als Sattlermeister in einer Stuttgarter Wagenfabrik arbeitete. Da er hier aber keine Perspektiven sah, um von den Chancen, die im Automobilbau steckten, profitieren zu können, machte er sich selbstständig.
Die im nahen Cannstatt angesiedelte Daimler Motoren-Gesellschaft begünstigte die
Geschäftsentwicklung, da sie wie die meisten Hersteller nur Fahrgestelle produzierte, auf
die sich Kunden individuelle Karosserien bauen ließen. Und die ersten Aufträge müssen wohl zu ihrer Zufriedenheit ausgefallen sein, so dass Wilhelm Reutter expandieren und
qualifizierte Mitarbeiter einstellen konnte. Richtig aufwärts ging es aber erst ab 1909, als
sein Bruder Albert als Teilhaber und kaufmännischer Leiter in die Firma eintrat.
Wilhelm widmete sich fortan der Entwicklung technischer Verbesserungen und erwarb
zahlreiche Patente, zum Beispiel für ein Klappverdeck statt der bisher üblichen, umständlich zu montierenden Gestänge-Konstruktion, für mechanische Kurbelfenster oder einen Fahrtanzeiger zur Verständigung zwischen Chauffeur und Fahrgast im Fond-Separee.
Mit solchen Finessen machte sich das Werk einen Namen, den man in Gestalt des
Markenlogos auf repräsentativen Wagen von Daimler und Benz, Wanderer, Opel, Adler und Horch, aber auch auf einem Nash, Hupmobile oder Cadillac fand.
Selbst die Wirren des Ersten Weltkriegs und der Wirtschaftskrise in den späten Zwanzigern überstand die Firma mit Ideenreichtum, fristgerechter Lieferung und bester Qualität, sie experimentierte mit Aluminium und baute für die chinesische Regierung sogar gepanzerte Limousinen. Die Tagesproduktion stieg auf bis zu zwölf Wagen, weil man neben der handwerklichen Einzelfertigung zunehmend Kleinserien mit Karosserien gleicher Bauart herstellte.
Als Ferdinand Porsche 1931 ein Konstruktionsbüro in Stuttgart gruündete, begann eine lange Geschäftsbeziehung mit Reutter. Hier wurden sowohl die ersten VWKäfer- Prototypen und diverse Stromlinien-Autos sowie nach dem Krieg die meisten Karosserien für den Porsche 356 gebaut. Die stetig steigende Nachfrage nach dem Sportwagen sorgte zwar für eine geregelte Produktion, aber auch für eine wachsende Abhängigkeit vom großen Bruder. So wurden die Erben von Wilhelm und Albert Reutter zunächst zum Verkauf eines Teilgrundstücks in Zuffenhausen zur Erweiterung des Porsche-Werks gedrängt, 1963 ging das ganze Karosseriewerk auf der gegenüberliegenden Straßenseite in den Besitz von Porsche über und bildet bis heute einen Teil der Fabrikanlagen.
Dennoch verschwand der Name Reutter-Karosserie nicht völlig in der Versenkung: Als
Abkürzung lebt er in der Firma Recaro GmbH weiter, die seither Sitze und anderes
Autozubehör produziert.
Stuttgarter Karosseriewerk Reutter, Uta und Helmut Jung, Delius-Klasing-Verlag, Bielefeld
2006, 24,90 Euro

MARKT - EUROPAS GRÖSSTE ZEITSCHRIFT FÜR
KLASSISCHE AUTOS UND MOTORRÄDER
Ausgabe 2/2007 (Februar 2007), S. 187:
AUSNAHME VON DER REGEL
Die zahllosen deutschen Karosseriehersteller wurden im Gegensatz dazu bisher eher stiefmütterlich behandelt.
Jetzt liegt eine umfassende Geschichte des Stuttgarter Karosseriewerks Reutter vor. Das 100-jährige Jubiläum wurde Anlass und die familiäre Verbindung der Autorin zu Reutter bindenden Verpflichtung, diese Buch zu schreiben und mit umfangreichen Fotomaterial zu versehen. Dies ist hervorragend gelungen.
Uta und Helmut Jung stellen die spezielle und stilbildende Entwicklung der Reutter´schen Reformkarosserie in die geschäftliche Verbindung zu Daimler-Benz, Opel, Wanderer und Maybach, um nur einige zu nennen, bis hin zu dem unvergessenen Porsche 356.
Weiterhin wurde die enge Beziehung zur Porsche GmbH, die 1963 erfolgte Übernahme durch die Porsche KG und die Gründung der Recaro AG dargelegt.
Dieses Buch ist mehr als ein nostalgischer Nachruf. (MWM)

Gute Fahrt; Ausgabe 11/06, S. 30:
HEILIG´S BLECHLE
Nicht nur für Porsche. Stuttgarter Karosserien
Preis: 24,90 Euro.
S-AU 356 Clubmagazin 1/2007/S.5
Aktueller Lesestoff für Porsche Fans
Stuttgarter Karosseriewerk Reutter von Uta & Helmut Jung
Schön chronologisch aufgebaut erfährt der Leser viele Details aus der Blütezeit des Karosseriebaus. Etliche bisher unbekannte Fotos von allerlei Mercedes-Benz-Modellen sowie anderen Kundenfahrzeugen bis zur Produktion der Porsche 356-Karosserien lassen einen nicht mehr aufhören zu blättern und machen Appetit auf mehr. Dazu ist der Text so spannend, dass er zum Weiterlesen nur so animiert. Aber die Informationen beschränken sich nicht nur auf den Automobilbau selbst. Auch solche Dinge wie die Weiterentwicklung des eigenen Firmenzeichens finden Erwähnung und runden das Gesamtbild ab.
Hier wurde mit viel Mühe und Liebe zum Detail ein 320-seitiges Werk geschaffen, das in keinem Bücherregal eines Porsche 356-Enthusiasten fehlen darf. Für 24,90 Euro bekommt man dieses Informationsbündel aus dem Delius-Klasing Verlag unter der ISBN-Nr. 3768818292 im guten Buchhandel.
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AUTO-MOTOR-UND-SPORT
HEFT 26, 6. DEZEMBER 2006
(Platz 5)


AUSTRO
CLASSIC- Das österreichische Magazin für Technik-Geschichte
1/2007
Zum 100. Geburtstag der Firma Reutter ist ein 318 Seiten starkes Buch über diesen einst bedeutenden Karosseriebauer erschienen.
Im Jahre 1906 machte sich Wilhelm Reutter als Karosseriebauer selbstständig und in den 58 Jahren entstanden eine Vielzahl außergewöhnlicher Karosserien für zahlreiche (meist deutsche) Hersteller. All diese, allen voran der Porsche 356, werden anhand zahlreicher, oft unveröffentlichten Photos, dargestellt. Ausführlich werden auch die komplizierten wirtschaftlichen Verhältnisse bis zur Übernahme durch Porsche behandelt.

Die Clubzeitung des Mercedes-Benz Veteranen Club von Deutschland e. V.
(Ausgabe 06/06, „Service“, S. 23)
FIRMENHISTORIE
Stuttgarter Karosseriewerk Reutter
Eine dieser großen Lücken schließt jetzt das neue Buch von Uta & Helmut Jung „Stuttgarter Karosseriewerk Reutter“. Und dieses Werk ist kein „Lückenbüßer“, sondern das, was ich als Standardwerk bezeichnen würde. Im Allgemeinen kennt man Reutter als Karossier natürlich schon. Auch die Zusammenarbeit mit Porsche, der Auto-Union, Daimler-Benz und nicht zuletzt auch mit BMW konnte man auch vorher schon als gewusst bezeichnen. Doch dieses Buch geht weit darüber hinaus. Hier werden geschäftliche, freundschaftliche und sogar familiäre Beziehungen in einer Weise beleuchtet, dass man sich manchmal sogar vorkommt, als ob man dabei gewesen wäre. Mit einer ungeheuren Fülle an Informationen arbeiten die Autoren die Firmen – und Familiengeschichte auf. Alles untermauert mit geschäfts- und privat Korrespondenz, Bildern, Zeichnungen und Patentschriften. Immer wieder überraschen die Autoren mit einer Sicht der Dinge, die alles andere als kühle Fakten sind. Erst ganz zum Schluß wird der geneigte Leser erfahren, dass Frau Uta Jung eine geborene Koch-Reutter ist, und als Enkelin des Teilhabers Albert Reutter und Tochter des Mitgeschäftsführers Theodor Koch ein besonderes, eben familiäres Interesse an der Aufarbeitung dieser Geschichte hat.
In vorbildlicher Weise geschieht eben diese Aufarbeitung.
In chronologischer Reihenfolge mit gut formulierten und in keinster Weise trockenen Texten werden alle Ereignisse in der Firmengeschichte beschrieben und honoriert. Dabei wird der normale Werdegang einer Firmenentwicklung genauso hoch bewertet, wie die einzelnen teilweise großen Sprünge. Man erfährt, wie sich das Unternehmen zu welcher Zeit positionierte und mit welchen Mitteln und Konstruktionen die eigene Position gestärkt wurde. So erfährt man, dass Reutter mit der so genannten und patentierten „Reform-Karosserie“ der eigentliche Erfinder des später echten Cabriolets ist. Auch die Fahrzeuge, deren Technik noch bei Daimler-Benz gebaut und als Porsche Typ 60 in die Geschichte des frühen Volkswagen eingehen sollten, wurden bei Reutter karosseriert.
Da die Verbindung zwischen Porsche und Reutter eine sehr innige war, verwundert es nicht, dass ein üppiger Teil des Buches immer wieder darauf hinweist.
Doch auch die anderen Unternehmensbereiche wie die Herstellung von Sitzen, Sitzschienen und nicht zuletzt der berühmten Liegesitzbeschläge finden ihren Niederschlag. So ist die heute noch existente Firma Recaro, die Sitze für mehrere Automobilfirmen und den freien Markt (neudeutsch „After-Sales-Market“) herstellt, auf die Firma Reutter zurückzuführen (allerdings ist Recaro nicht die Folgefirma!)
1963 wurde unter Zustimmung der Gesellschafter, Geschäftsführung und Aufsichtsrates die Übernahme des Karosseriewerkes Reutter & Co GmbH durch die Porsche GmbH beschlossen.
Wer nun glaubt, ein großes Werk hätte jetzt ein Ende, der täuscht! Nun kommen noch einige wichtige Seiten über den weiteren Werdegang der ehemaligen Tochterunternehmen und der Firmengelände.
All dies geschieht in einer vorbildlichen Aufmachung aus dem Hause Delius Klasing Verlag.
Mein Fazit ist: Uneingeschränkt empfehlenswert!
Ich möchte noch mehr Bücher in dieser Qualität auf meinem Schreibtisch wieder sehen.
JE (Jörg Enger)
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RetroClassics© Pressetext 03/07:
Ausstellerrekord auf der RetroClassics 2007
620 Aussteller auf der internationale Oldtimermesse, die zum siebten Mal in Stuttgart stattfindet / 40.000 Besucher erwartet
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Oldtimer-Busse in der „Auwärter-Halle“ und „schwere Jungs“ der NVG
(...)

www.faszination356.de
aus Privatarchiven und vielen interessanten
Hintergrunddetails über die Porsche 356-
Produktion bei Reutter, die bisher noch
nirgends so detailliert und umfangreich
beschrieben wurden.

Das Stuttgarter Karosseriewerk Reutter wäre im Oktober 2006 100 Jahre alt geworden, wenn nicht eine wechselvolle Geschichte den Vermieter der ersten Produktionsräume der Firma Porsche zu einem Übernahmekandidaten für diesen Kunden gemacht hätte. Reutter hatte einen guten Ruf und stand für Innovation und Qualität. Schon wenige Jahre nach der Gründung war aus dem kleinen Handwerksbetrieb der Zulieferer für die ersten Adressen der deutschen Autoindustrie geworden. Wanderer bezog fast alle Limousinenaufbauten aus Stuttgart, Kamms K4 auf BMW-Basis wurde hier ebenso gebaut wie der zweite Porsche, noch auch Wanderer-Basis. Die ersten Volkswagen-Prototypen entstanden hier, die Kübelwagen und die Berlin-Rom-Rennwagen, ohne dass das einer breiteren Öffentlich bekannt wäre.
Nach dem II. Weltkrieg war man an der Entwicklung des BMW 501 beteiligt und bis zur Übernahme durch Porsche deren Hoflieferant. Zahlreiche Patente auf Zubehörteile sorgten dafür, das Reutter bei fast allen Autoherstellern präsent war, herausragende Beispiele sind der Liegesitzbeschlag und der Recaro-Sportsitz. Die wechselvolle Geschichte der Firma zeichnen Helmut und Uta Jung, gestützt auf ein umfangreiches Archiv der Reutter-Familie, sehr spannend nach. Fast 300 Seiten sind angefüllt mit Zahlen, Zeichnungen, Geschichten und vor allem mit Bildern der wechselvollen Firmenhistorie. Schon das Bildmaterial macht das Buch empfehlenswert, und die mit Liebe zum Detail und Verständnis für das Produkt erzählten Geschichte der Firma und der Familie machen es zu mehr als nur einer weiteren Firmenhistorie: empfehlenswert.

Der Porsche Fahrer - das unabhängige Magazin für Porsche Klassiker
Ausgabe 1/07 (Heel Verlag)
Bücher: Stuttgarter Karosseriewerk Reutter
Dazwischen liegen bewegte Jahre als Karosserie-Maßschneider für Firmen wie Adler, Daimler-Benz, Horch, Maybach, NSU und Opel. Im Oktober 1949 erfolgte der mündliche Auftrag Ferry Porsches, die ersten 500 Karosserien des Typs 356 zu fertigen. Bei Reutter im Werk II in Zuffenhausen entstanden die ersten 901-Prototypen in Zuffenhausen, am 15. Mai 1963 übernahm Porsche den Zulieferer und baute seine Karossserien künftig selbst. Die Masse an Bildern und Informationen zu Fahrzeugen, Sitzen und zur Familie Reutter lässst keine Frage offen.
Kein Nachruf, sondern ein Stück Industrie- und Porsche Geschichte.

BUCHBESPRECHUNG
Die insgesamt mehr als 500 Abbildungen in dem Buch, davon rund 375 Fotos (größtenteils bisher unveröffentlicht), zeugen von den weltweiten Verbindungen der Firma Reutter zur Automobilindustrie, aber auch zu berühmten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Man baute Cabriolets und Limousinen, Roadster und Lieferfahrzeuge, Krankenwagen und Omnibusse, sogar Straßenbahnen. Die Liste der Fahrgestell-Lieferanten für Einzelanfertigungen reichte von Austro-Daimler über Cadillac, Fiat, Horch, Maybach und Opel bis zu Simsom-Supra und Tempo, um nur einige zu nennen. Serienmäßige Aufbauten entstanden unter anderem für verschiedene Mercedes-Benz-Typen und hauptsächlich für Wanderer; nach dem Kriege dann für den Porsche 356. Für das 1931 in Stuttgart gegründete Konstruktionsbüro hatte man übrigens die meisten Karosserien für die verschiedenen Volkswagen-Prototypen gebaut, einschließlich der sogenannten Berlin-Rom-Wagen und erste Versionen des VW Wehrmachts-Kübelwagens.
Aber auch BMW war ein guter Kunde beim Stuttgarter Karosseriewerk Reutter. Fast alle Fahrzeugtypen aus der aufstrebenden Zeit während der dreißiger Jahre des damals noch jungen Autobauers aus Eisenach wurden auch mir serienmäßigen Reutter-Karosserien angeboten, angefangen bei den 4-Zylinder Dixi-Derivaten über die ersten 6-Zylinder-Wagen der Typen 303, 315 und 319 bis zum 329, 320 und 326.
Noch im Jahre 1940 entstand eine von Prof. Kamm entwickelte Stromlinien-Karosserie auf dem Fahrgestell eines BMW 335. Und für den Neuaufbau der Pkw-Produktion bei BMW nach dem Kriege lieferte Reutter 1949 die ersten vier Musterkarosserien für den Typ 501.
Nicht vergessen, sondern ausführlich beschrieben in seiner ganzen Entwicklung vom Anfang bis zum Ende wird auch jener Firmenzweig, der die Autozubehörfertigung betraf; Stichworte: Reutter-Liegesitzbeschläge und Recaro Sportsitze, zumal hier etwa 20 % der Belegschaft beschäftigt war.
Alles in allem also ein großartiges Geschichtswerk, das sich hier präsentiert, über ein bisher publizistisch noch gar nicht ausreichend gewürdigtes Unternehmen aus der Karosseriebau-Branche in Deutschland. Das Buch kann man nicht einfach nur überfliegen, denn die tiefreichenden Einsichten, die die Autoren dem Leser vermitteln, zwingen doch immer wieder dazu, besonders konzentriert die Texte zu lesen. Für diese Anstrengung wird man aber ab der Seite 282 im Buch dann reichlich belohnt mit dort (verkleinert) wiedergegebenen vierzig Konstruktionszeichnungen aus den zwanziger und dreißiger Jahren (26 weitere sind im Buch noch verteilt) aus dem wohl unerschöpflichen Reutter-Archiv. Einfach herrlich!
Über eines dieser Karosserie-Unternehmen, die alteingesessene Firma Reutter aus Stuttgart, erschien unlängst ein sehr kundiges Buch im Delius Klasing Verlag:
"Stuttgarter Karosseriewerk Reutter. Von der Reform Karosserie zum Porsche 356." Das 318-seitige Buch wurde von der Erbengemeinschaft der Familie Reutter verfasst unter der Mithilfe des Automobil-Historikers Dr. Bernd Wiersch, bekannt als Volkswagen Spezialist. Reutter baute übrigens auch die ersten VW-Prototypen. Das im Oktober 1906 gegründete Karosseriebau-Unternehmen etablierte sich nach dem zweiten Weltkrieg vor allem als Fertigungsstätte der Porsche 356 Karosserien. 78000 Einheiten des legendären Porsche Sportwagen-Blechs wurden produziert, bevor das Werk an die Zuffenhausener Firma vekauft wurde.
Bekannt wurde der Name Reutter, vor allem mit seinen zwei Anfangsbuchstaben, durch die Liegesitzbeschläge der Firma, aus deren erfolgreicher Fertigung später die Produktion kompletter orthopädischer bzw. sportlicher Autositze entstand. Diese Sparte wurde am Herbst 1957 (richtig ist: ab 1963, A.d.T.) unter dem eingetragenen Namen Recaro angeboten (abgeleitet von "REutter CArosseriewerk"), der Hauptsitz der Recaro AG lag in der Schweiz.
Gerne hätte sich das Familienunternehmen am Ende der 1950-er Jahre aus der Abhängigkeit von Porsche befreit und suchte daher weitere Serienaufträge. Eine Anfrage der deutschen Citroen AG kam da gerade recht, die die Firma Reutter beauftragte, ein Cabrio auf DS-Basis für den deutschen Markt zu entwerfen und dessen Produktion vorzubereiten. Die Entwicklung des verstärkten, vietürigen D-Models mit international patentiertem "convertible top for cabriolet" von Reutter-Mitarbeiter Theodor Bauer, ließ nicht lang auf sich warten. Doch mittlerweile hatte die französische Konzernleitung sich selbst für den "Serienbau" ihres DS-Cabrios bei Chapron und dessen Export entschieden, die Kölner Filiale musste dem Stuttgarter Unternehmen absagen. So fällt auch der Abschnitt über die DS im genannten Buch mit zweieinhalb Seiten (239-241) entsprechend kurz aus.
Eine überlebende Reutter-DS befindet sich heute in Österreich, allerdings seit etlichen Jahren in Vollrestaurierung. Haben HP-Leser Kenntnis von weiteren Reutter-D-Modellen, Bilder oder Unterlagen zu diesem Thema? Das heute in Koblenz ansässige Familienarchiv der Fa. Reutter sucht nämlich weiterhin sämtliche Informationen zur Erhellung der Geschichte des Unternehmens. Kontaktaufnahme ist möglich über die HP-Redaktion.